Zur Person

Bob Dylan wurde am gleichen Tag geboren wie Christoph Fritz. Aber nicht im selben Jahr.

Im Alter von 21 Jahren wagte sich der unmusikalischere der beiden Zwillinge (Christoph Fritz) zum ersten Mal auf eine Bühne. Einfach so. Ohne Bühnenerfahrung (ausgenommen der misslungenen Kandidatur zum Schulsprecher 2010 und der katastrophalen schauspielerischen Darbietung in der Hauptrolle der Mitternachtseinlage des Maturaballs des Bundesrealgymnasiums Stockerau 2011).

Fanden seine ersten humoristischen Gehversuche noch im Wiener Keller eines australischen Pubs auf Englisch statt, erweiterte er seine Bandbreite bald um die deutsche Muttersprache. Es folgten mehrere Auftritte auf offenen Kabarettbühnen und die Teilnahme an Wettbewerben.

Beim ersten dieser Wettbewerbe, dem Goldenen Neulingsnagel, konnte Fritz die Jury im November 2016 nicht für sich gewinnen; er wurde jedoch Publikumssieger. Manche (er selbst) meinen, das lag vor allem daran, dass er das halbe Publikum persönlich kannte.

Im Zuge des zweiten Wettbewerbs machte er es besser und konnte die begehrte 10. Ennser Kleinkunstkartoffel, die gar nicht wie eine Kartoffel aussieht, im Februar 2017 mit nach Hause nehmen. Und das, obwohl er diesmal niemanden aus dem Publikum kannte.

Das Trauma des dritten, und bislang letzten, Wettbewerbs hat Fritz nahezu unvollständig verarbeitet. Im April 2017 kam er beim 31. Grazer Kleinkunstvogel, dem Rolls Royce unter den hiesigen Nachwuchskabarettpreisen, ins Finale, musste sich dort aber – aus seiner Sicht: leider – geschlagen geben. Immerhin wurde er im Publikumsvoting Zweiter. Die Option einer Gesichtsoperation und des nochmaligen Antritts im darauffolgenden Jahr verwarf Fritz aus diversen Gründen (Kosten).

Über den Umweg dieses dritten und schmerzvollsten Wettbewerbs wurde Fritz Teil des aktuellen Ensembles der Langen Nacht des Kabaretts, mit dem er seit August 2017 auf österreichweiter Tour ist und unzählige (bisher 20) verschiedene Bühnen des Landes mit seiner Präsenz je nach Stimmungslage be- oder entehrt.

Am 30. Jänner 2018 feierte Fritz schließlich die Premiere seines Debütprogramms mit dem Titel „Das Jüngste Gesicht“, wobei das „J“ auch groß zu schreiben ist, was den meisten Veranstaltern aber völlig wurscht ist. Die Premiere glückte wider Erwarten und konnte die Erwartungen erfüllen. Für den Falter bietet er „[…] schwarzen Humor in Perfektion. Ein großartiges Debüt.“ Die Wiener Zeitung sieht „bitterböse Satire mit Babyface-Bonus“. Fritz selbst findet, es handelt sich um sein bislang bestes Debütprogramm.

Am 27. März 2018 trat Fritz in der 2. Staffel des ORF-Stand-up-Formats „Pratersterne“ auf. Obwohl im Fernsehen von einer sechsstelligen Zuschauerzahl gesehen, erkannte ihn bislang nicht eine einzige Person auf der Straße (Stand: 26.10.2018). Aber er übt schon für den Ernstfall.

Zurzeit ist Christoph Fritz mit seinem Debütprogramm „Das Jüngste Gesicht“, für das er 2018 mit dem Förderpreis des Österreichischen Kabarettpreises ausgezeichnet wurde, regelmäßig in ganz Österreich zu sehen.